> ein Projekt der Gemeinden
Oberhelfenschwil, Neckertal und Hemberg
> mit finanzieller Unterstützung von Fonds Landschaft Schweiz, Kanton St. Gallen (Kantonsforstamt und Amt für Natur, Jagd und Fischerei, kantonale Kulturförderung), Swisslos, MAVA-Stiftung für Naturschutz, Sophie und Karl Binding-Stiftung, Dr. Bertold Suhner-Stiftung

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Wo wachsen besondere Pflanzen im Neckertal?

Die meisten Pflanzenarten wachsen auf ungedüngten Böden, Magerweiden, Streuwiesen, im lichten Wald, also ganz allgemein auf "Rüüchi", wie es im Toggenburg heisst. Je weniger wüchsig, je mehr Licht, je mehr Platz ohne raschwüchsige Konkurrenz und je mehr Zeit zwischen zwei Holzschlägen, zwei Heuschnitten oder zwei Weidgängen, desto besser.

Als Beispiele können die 35 aus dem Neckertal gemeldeten einheimischen Orchideen dienen:

Den lichten Wald bevorzugen z.B. das Weissliche und das Rote Waldvögelein. Das Langblättrige Waldvögelein kommt ebenfalls im lichten Wald vor und zudem auf trockenen Magerwiesen. Auf hochgelegenen Magerweiden tarnt sich mit unauffälligen, grünlichen Blüten die Grüne Hohlzunge (selten). Noch schwieriger zu finden sind die Korallenwurz (im Neckertal im Moment verschollen) und das Kleine Zweiblatt (verschollen), beide v.a. im lückigen, mageren Bergwald. Der Frauenschuh braucht in erster Linie sehr magere, sehr wenig genutzte Standorte – Rutschhänge, Streurieder, offener Wald. Die Weisse Sumpfwurz ziert viele Streuwiesen, ihre nah Verwandten, die Braunrote und die Breitblättrige Stendelwurz, viele Wegböschungen und andere magere Stellen im offenen Wald. Eine grosse Seltenheit, der Widerbart (verschollen), lebt als Parasit in humusreichen Wäldern, genau wie die Nestwurz, die jedoch häufig ist. Häufig, aber doch strikte auf Mager- und Streuwiesen beschränkt, sind auch die beiden Breitkölbchen (Grünliches B., Weisses B.) und die beiden Handwurz-Arten (Wohlriechende H., Langspornige H.). Selten sind dagegen wieder die Zwiebelorchis (verschollen), die Moosorchis (verschollen), die Weisszunge (verschollen), die Einwurz (selten), die Bienen- (verschollen), Hummel- (selten) und die Fliegen-Ragwurz (selten), die alle vorwiegend auf ungedüngten Weiden und Wiesen und im sehr lichten Wald wachsen. Schliesslich gibt es noch die Gruppe der Knabenkräuter mit mindestens acht Arten: das Breitblättrige K., Traunsteiners K., das Lappländische K. und das Fleischrote K. (selten) beschränkt auf nährstoffarme Flachmoore, das Kleine K. (selten) und das Schwärzliche K. (selten) v.a. auf Magerweiden. Das Männliche K. wächst gern in Baum- und Gebüschnähe, und nur das Gefleckte K. ist einigermassen weit verbreitet, wenn auch nie im geschlossenen Wald oder auf gedüngtem Grünland. Fast ebenso verbreitet ist zudem das Grosse Zweiblatt. Zu guter Letzt wurde im Neckertal auch einmal die Kugelorchis und erst ganz kürzlich die Herbst-Wendelähre und die Bocks-Riemenzunge gefunden, drei weitere seltene Arten der "Rüüchi".

 

Silberdistel
Typisch für die ungedüngten Weiden, die Silberdistel.

Frauenschuh
Frauenschuh, wohl die bekannteste einheimische Orchidee. Foto: Hanspeter Steidle

Sumpf-Läusekraut
Im nassen, nährstoffarmen Moor findet man viele seltene und spezialisierte Pflanzen, wie hier das unauffällige Sumpf-Läusekraut. Foto: Hanspeter Steidle

   

Artenlisten Pflanzen:

Artenliste Pflanzen

 
 

 

 

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