Wirkungskontrolle

 

Eine Wirkungskontrolle im Rahmen des Landschaftsprojektes Neckertal ist wichtig, um nachweisen zu können, dass die Aufwertungsmassnahmen einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt haben. So kann Sponsoren und Projektbeteiligten aufgezeigt werden, dass sich die Arbeit und Investition lohnt.

 

Wirkungskontrolle 2009 - 2015

Seit 2009 wurden im Projektperimeter im Rahmen der Wirkungskontrolle auf 54 Stichprobeflächen mit einer Grösse von 20 m x 20 m, in Auslichtungen und im Umfeld wiederhergestellten artenreichen Grünlandes, eine systematische Erhebung der Vegetation, der Flora und von Tagfaltern sowie Heuschrecken durchgeführt. Die Stichprobenflächen wurden einer pflanzensoziologischen Waldgesellschaft zugewiesen und es wurde eine Lichtmessung mit Sonnenscheindauer durchgeführt. An einer kleineren Auswahl von Stellen fand zudem eine Fangkampagne für Holzkäfer statt. Dabei haben sich folgende Zusammenhänge herausgestellt:

• je mehr Licht, desto höher steigt die Artenzahl in der Kraut- und Strauchschicht der Auslichtungsfläche

• je stärker der Ersteingriff und je häufiger die Nachpflege, desto höher die Artenzahl

• auf schlechtwüchsigen, eher basischen Standorten steigt die Artenzahl stärker

• andere schlechtwüchsige Standorte können zwar artenarm sein (z.B. Moore, Felsen), aber Spezialisten beherbergen, die die regionale Artenzahl steigern

• die Artenzahl steigt bis ins dritte oder vierte Jahr nach dem Eingriff, nachher sinkt sie wieder (wenn nicht nachgepflegt wird und die Fläche wieder zuwächst). Ausnahme: die hier untersuchten Holzkäfergruppen, die unmittelbar nach dem Holzschlag am artenreichsten sind.

• die Artenzahl steigt stärker, wenn die Auslichtungsfläche gross ist und wenn sie in der Nachbarschaft weiterer artenreicher Lebensräume liegt

• auch als «Schattenpflanzen» bekannte Arten können dank der Auslichtungen (wohl vorübergehend) häufiger werden

• mehrere (regional) gefährdete und/oder seltene Arten konnten durch die Massnahmen konkret gefördert werden, z.B. bei den Pflanzen der Durchwachsene Bitterling, der Bunte Hohlzahn und der Kiessteinbrech und bei den Tagfaltern der Waldteufel und der Frühlingsscheckenfalter.

Die gesamte Wirkungskontrolle wurde von einer besonders engagierten Geldgeberin finanziert.

Details von Zielen, Ablauf, Methodik und Resultaten finden sich im Schlussbericht:

pdf_klein-def.gif «Waldauslichtungen für die Artenvielfalt, Wirkungskontrolle 2009 bis 2015“

 

Wirkungskontrolle ab 2019

Im Hinblick auf die Fortführung des LK Projektes wurde das Konzept der Wirkungskontrolle überarbeitet. Das Anschlussprojekt der Wirkungskontrolle wird sich von der mehr wissenschaftlichen Orientierung und der Fokussierung auf die Waldauslichtungen wegbewegen in Richtung auf ein umfassendes Monitoring der gesamten Landschaft und auf die konkreten Vorkommen von förderungswürdigen Arten.

Die Ziele des neuen Monitorings sind die Erfassung und Überwachung der Artenvielfalt um Rückschlüsse auf die Biodiversität im Gesamtperimeter des Landschaftskonzeptes Neckertal zu erhalten, da die Datengrundlage im Gesamtperimeter bisher relativ lückig war. Weitere Ziele sind der Vergleich der Artenvielfalt verschiedener Lebensräume und die Evaluation von Ziel- und Leitarten im Bereich möglicher Förderprojekte.

Man einigte sich auf die Festlegung von 12 Transekte (Transsekt = ein Satz von Beobachtungspunkten entlang einer geraden Linie), jeweils als Rundwege ausgelegt und mit insgesamt 96.6 km im Projektperimeter. Diese Verlaufen vor allem auf Wanderwegen und durchqueren alle Landschaftstypen (intensiv genutzte Landwirtschaftliche Nutzfläche, Magerwiesen, Waldrand, geschlossener Wald, etc.). Auf jedem Transekt werden Abschnitte je Landschaftstyp gebildet und dann alle Tagfalter, Heuschrecken, Libellen, sowie ausgewählte Vogelarten und Zufallsbeobachtungen von anderen Artengruppen (inkl. seltene Pflanzen), die je Abschnitt vorkommen, erhoben. So lassen sich auch Vergleiche der Artenvielfalt von verschiedenen Lebensräumen ziehen. Jeder Transekt soll in den kommenden Jahren zweimal jährlich begangen werden (Frühsommer/Spätsommer). Für die Aufnahmen die je Transekt an einem Tag abgehandelt werden, müssen gewisse Grundvoraussetzungen wie Sonnenschein und trockene Witterung berücksichtigt werden. Im Rahmen der ersten Begehungen 2019 konnten unter anderem 42 Tagfalter-, 14 Libellen- und 23 Heuschreckenarten beobachtet werden. Darunter sind mindestens fünf Erstbeobachtungen für das Projektgebiet erfasst: Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Tagfalter), Trauermantel (Tagfalter), Grosses und Kleines Fünffleck-Widderchen (Nachtfalter), Kleine Zangenlibelle (Libelle) und Blauflügel-Prachtlibelle (Libelle).

Waldteufel (Erebia aethiops)

Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa)

 

 

 

Rotflügelige Schnarrschrecke (Psophus stridulus)

Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)
 
 

Neuntöter (Lanius collurio)

 

 

 

 

Ringelnatter (Natrix natrix) 

Kiessteinbrech (saxifraga mutata)